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Der Waldkauz – Vogel des Jahres 2017

 

Stellvertretend für alle Eulenarten ist der Waldkauz zum Jahresvogel gewählt worden. Dadurch soll für den Erhalt von alten Bäumen mit Höhlen im Wald und in den Parks geworben und die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisiert werden.

 

Der Bestand in Deutschland liegt zwischen 50.000 und 70.000 Paaren und wird langfristig als stabil eingeschätzt. Das hängt natürlich von der Qualität des Lebensraumes ab. Das Fällen alter Höhlenbäume und eine ausgeräumte Agrarlandschaft sind die größten Gefahren für ihn.

 

Der Waldkauz hat eine ungefähre Größe von 40 cm und ein Gewicht zwischen 400 und 600 Gramm. Er hat eine gedrungene Gestalt und eine Flügelspannweite von ca. 96 cm. Die Farbe des Gefieders variiert stark. Die hier beheimateten Tiere sind gräulich bis graubraun. Weiter nördlich ist die Farbe eher rotbraun.

 

Auf seinem Speiseplan stehen Ratten, Mäuse, Maulwürfe, aber auch kleine Vögel, Käfer und Frösche. Der Waldkauz ist nachtaktiv, geht aber auch z. B. während der Brut, am hellen Tag auf Jagd. Bei unserer letzten Wanderung durch die Hildesheimer Wallanlagen, konnten wir am Tag einen Kauz längere Zeit wunderbar beobachten. Die Balzzeit beginnt im Januar. Hat sich ein Paar gefunden, bleibt es für immer zusammen und ist standorttreu.

 

Bei Reinigungsarbeiten Ende Februar habe ich mehrfach brütende Waldkäuze gesehen. Die Brutzeit beträgt 30 Tage.

 

Seinen Ruf hat sicherlich jeder schon einmal in diversen TV-Krimis gehört. Wer sich des Öfteren abends in Waldnähe aufhält, kann seinen Kontaktruf „Kuwitt“ mit etwas Glück hören.

 

Bei unserer morgendlichen Nachtigallwanderung im Mai jeden Jahres durch den Borsumer Wald, begleitet er uns – einmal angelockt – über einen längeren Zeitraum mit seiner Erscheinung und seinen Rufen.

 

Wer ihn also im Morgengrauen erleben möchte, ist hierzu herzlich eingeladen.

 

Walter Wedig, Naturschutzverein Borsumer Kaspel im OVH

 

 

Quelle: Der Waldkauz, Der Vogelfreund 1/2017

 

 

 

 

 

Alle Jahre wieder – Nistkastenreinigung

 

Jedes Jahr zum Ende des Winters reinigen einige Mitglieder des Naturschutzvereins Borsumer Kaspel im OVH die von uns aufgehängten Nistkästen. Wir erledigen die Arbeit zu dieser Zeit, damit die Bewohner über Winter noch Schlafmöglichkeiten vorfinden und das neue Brutjahr noch nicht begonnen hat.

 

Unter der Regie von Reinhard Gronau wurden dieses Mal alle Kästen durchnummeriert. Das hat mehrere Gründe. Wir können so bei der Reinigung alle eventuellen Beschädigungen dem jeweiligen Kasten zuordnen und notwendige Reparaturarbeiten zu gegebener Zeit ohne lange Sucherei erledigen. Auch wird tabellarisch erfasst, ob der Kasten von Brutvögeln angenommen wurde. Sollte sich über mehrere Jahre herausstellen, dass dem nicht so ist, muss über eine Anbringung an anderer Stelle nachgedacht werden. Wir versuchen auch die Brutvogelart anhand des Nestbaus zu bestimmen, was insbesondere bei den beiden Meisenarten (Kohl- und Blaumeise) nicht leicht ist und wir so einfach nur Meise notieren.

 

Zu betreuen sind mittlerweile 100 Kästen von denen 20 Stück von den „Naturkids“ unter Anleitung von Nina Lipecki und Jeanette Raulfs bemalt und im Borsumer Wald aufgehängt werden. Eine tolle Beschäftigung für die Kinder. Bei Spaziergängen mit ihren Eltern werden sie sich sicherlich noch lange darüber freuen und gespannt beobachten, welcher Vogel wohl aus „ihrem“ Kasten ein- und ausfliegt.

 

Diese Kästen sind aus Holz gefertigt. Alle anderen bestehen aus Holzbeton. Diese Zusammensetzung gewährleistet eine lange Haltbarkeit, weil sie witterungsbeständiger sind und von Spechten nicht beschädigt werden können. Diese erweitern nämlich bei der Such nach Nahrung oft die Einfluglöcher oder hämmern die Fugen auf. So können Regen und Wind eindringen und es erleichtert Nesträubern die Arbeit. Diese Holzbetonnistkästen können wir leider nicht selbst herstellen. Deshalb werden sie vom Verein nach und nach käuflich erworben und aufgehängt.

 

Von den 100 Nistkästen waren 88 besetzt, das heißt, es war Nistmaterial in größeren Mengen verbaut worden. Ob es jedes Mal zu einer erfolgreichen Brut gekommen ist, kann man nur spekulieren, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Manche Kästen waren auch doppelt besetzt, das heißt, es fand erst eine Meisenbrut statt und anschließend bauten Feldsperlinge ein Nest darauf. Nichts ungewöhnliches, da die Vögel in der Regel mehrere Bruten machen. Etwa 20 Nesthilfen werden außerhalb des Waldes auf öffentlichen Grundstücken (z. B. Friedhof, Heinrich-Ruhen-Platz und am Bruchgraben) angeboten.

 

10 x Feldsperlinge, 5 x Kleibr und 79x Meisennester konnten wir notieren. Interessant wird sein, wie sich der Artenentbestand und die Belegung weiter entwickelt.

Wir werden sicherlich auch in den nächsten Jahren Nistkästen anschaffen und aufhängen. Ob wir das auch auf andere Orte ausweiten können, wird die Zeit zeigen. Für Anregungen sind wir aber immer dankbar.

 

Ansprechpartner ist Winfried Kauer, Königsberger Str. 3b, 31177 Harsum oder per Mail:

naturschutz-borsum@web.de.

 

Wir wünschen allen viel Gesundheit und Freude an unserer wunderschönen Natur. Wer Interesse und Spaß an der Umwelt hat, ist bei uns gern gesehen.

 

Walter Wedig

Naturschutzverein Borsumer Kaspel

 

veröffentlicht: HALOKAZ 2016

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