Glosterzucht Walter Wedig

16. Glosterspezialschau 2011 in Harsum/Asel

Auf der diesjährigen Glosterspezialschau konnten wir einen neuen Beschickungsrekord verzeichnen: 46 Aussteller aus Österreich, Polen, Holland, Grönland und Deutschland stellten 742 Vögel aus – so viele wie noch nie! Erfreulich war auch die Teilnahme von zwei Nachwuchszüchtern – Timo Schadler und Marcel Kraus (bereits zum zweiten Mal dabei). Wir hoffen, dass sie auch weiterhin Freude an der Glosterzucht haben und wir sie im nächsten Jahr wieder begrüßen dürfen. 

Die 48 Klassensiege waren auf 15 Aussteller verteilt. Der große Gewinner der Schau war Rene Alssema aus Holland. Er stellte nicht nur den besten Corona und den besten Consort, sondern erreichte neben einer Reihe von Klassensiegen auch die beste Gesamtleistung (Wertung der zehn besten Vögel eines Züchters). Nach einigen ruhigeren Jahren trumpfte Gerhard Ehrl mit der zweitbesten Gesamtleistung auf und konnte sechs Klassen gewinnen. Ebenfalls eine hervorragende Leistung. An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an beide Aussteller!

Zum Siegen braucht man auch etwas Glück und oft sind es nur Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Die diesjährigen Zuchtrichter Dave Rands, Paul Richmond und Eddie Loughren leisteten hervorragende Arbeit und bewerteten über Stunden hinweg fachkompetent und aufmerksam die verschiedenen Klassen. Nach dem Richten blieb für die zahlreichen Besucher noch genügend Zeit, die Ausstellungstiere zu betrachten. Allen Helfern nochmal vielen, vielen Dank! Was ihr bei erstmalig drei Zuchtrichtern allein an Laufarbeit geleistet habt, war schon wie ein Training für Langstreckenläufer. Der ausgelegte Anmeldebogen für interessierte Helfer für die Show in 2012 blieb leider leer. Ich hoffe trotzdem, dass sich wieder Freiwillige finden werden, denn ohne eure Hilfe ist eine Show in dieser Größe nicht durchzuführen.

Neu war auch die Sperrung der Gänge während des Richtens, welche sich meiner Meinung nach bewährt hat. Diese muss aber im nächsten Jahr noch konsequenter befolgt werden.

Ein besonderes Ereignis war der Besuch des Chefredakteurs Robert Sabecki von der polnischen Vogelzeitung „Exota“, die nicht nur in Polen sondern auch in Slowenien und Tschechien erscheint. Herr Sabeki wollte das englische Schausystem in der Praxis kennenlernen, da in Polen nur nach den DKB-Richtlinien bewertet wird. Alle Gruppensieger bekamen von ihm einen Ehrenpokal und einen Kalender für 2012.

Die Ausgabe der Vögel verlief auch ohne größere Probleme. Die ausländischen Aussteller kamen zuerst und danach ging es in der Reihenfolge der eingegangenen Anmeldung weiter. Vielleicht werden wir im nächsten Jahr auch noch nach den gefahrenen Kilometern für die Anfahrt zur Show unterscheiden.

Die Vogelbörse war in diesem Jahr nur mittelmäßig bestückt, aber dennoch gut besucht. Unsere Anregungszettel ergaben keine neuen Erkenntnisse, außer das von neun Züchtern, die den Zettel abgegeben haben, acht dafür sind, die beste Gesamtleistung der Show weiterhin zu ermitteln. Wenn ihr im Nachhinein noch Verbesserungsvorschläge habt, dürft ihr diese gerne äußern.

Eine Änderung wird es im nächsten Jahr definitiv geben und die betrifft die Schauklasseneinteilung. Wir werden die Weißgrundigen aufteilen in über 50 % weiß und Schiefervögeln, um den Weißen eine reellere Chance zu geben. Die alte Schauklasseneinteilung wird durch acht neue Klassen ergänzt und natürlich auch auf dieser Seite veröffentlicht. Ich bitte daher schon jetzt um Beachtung!

Nachmeldungen können wir in 2012 nicht mehr berücksichtigen. Änderungen der Schauklassen bleiben davon unberührt, sollten aber die Ausnahme bleiben. Die einzelnen Anmeldungen werden unmittelbar nach ihrem Eintreffen bearbeitet (Zuteilung der Käfignummern, Aufkleber für die Käfige, Klasseneinteilung etc.), nachträgliche Änderungen bereiten meiner Tochter und mir viel zusätzliche Arbeit. Ich bitte daher um euer Verständnis!

Für die weitere Ausstellungssaison wünschen wir euch viel Glück!

 

Ergebnisse der Glosterspezialschau 2011 in Harsum/Asel

Die nächste Glosterspezialschau findet am Samstag, den 10.11.2012 statt.

Als Zuchtrichter fungieren Paul Rutland, Bob Dunn & Sam Guy.

 

 

Warum Glosterspezialschauen?

Für mich gibt es zwei gravierende Gründe, die für eine Spezialschau sprechen: Das ist zum einen die Kompetenz der Zuchtrichter und zum anderen die Dauer der Schau. Darüber hinaus werde ich noch andere Gründe nennen.

Die Glosterspezialschauen, die ich in Belgien, England, Holland und Deutschland bisher besuchte, wurden ausschließlich von spezialisierten Glosterzüchtern mit großer Zucht- und Schauerfahrung bewertet. Darunter verstehe ich folgendes: Mit wenigen Ausnahmen züchten diese Leute seit vielen Jahren Gloster und zwar ausschließlich. Kommt dazu noch der eigene Schauerfolg, werden die Züchter zur Bewertung auf kleine Schauen eingeladen. Bewähren sie sich dort, dürfen sie auch größere Schauen richten, wie beispielsweise die IGBA-Show in England. Dazu ist anzumerken, dass es im Ausland wesentlich mehr Spezialschauen gibt als in Deutschland. In England kann der Glosterliebhaber von Oktober bis Dezember jedes Wochenende eine Schau besuchen. Im Ausland ist folglich der Spezialist und Könner gefragt und nicht wie in Deutschland der Allgemeinrichter, dem abverlangt wird, alle Positurrassen und Farbspielarten bei den Farbkanarien optimal zu bewerten. Das kann kein Mensch! Da ändert auch keine Ausbildung und Prüfung etwas. Sicherlich gibt es bei uns in Deutschland Richter, die Teilbereiche der verschiedenen Positur- und Farbkanarienklassen hervorragend bewerten, aber eben nur Teilbereiche. Ein weiterer Unterschied zu den Vereins- und DKB-Schauen ist, dass die Vögel nicht gepunktet sondern nur "geschoben" werden. Dieses Schiebesystem ist z. B. bei den AZ-Schauen üblich. Es beinhaltet zwar Nachteile, jedoch überwiegen die Vorteile. So werden nur die besten sieben Vögel jeder Schauklasse platziert, die anderen fallen aus der Wertung heraus. Bei Spezialschauen ist es eine Gepflogenheit, dass die Aussteller nach Abschluss der Bewertung mit dem Zuchtrichter durch die Ausstellungsreihen gehen können, um die Gründe für die Platzierung zu erfragen. Grundsätzlich erfolgt auf den Spezialschauen ein offenes Richten. Das heißt, die Aussteller und Schaubesucher können, mit einem gewissen Abstand, bei der Bewertung der Gloster zuschauen und so im direkten Vergleich der Vögel einiges über die Gründe der späteren Platzierung erfahren.

Eine Bewertung der Vögel nach Punkten wäre aufgrund der kurzen Schaudauer unmöglich, beziehungsweise würden eine Reihe von Zuchtrichtern benötigt, die natürlich die Kosten in die Höhe treiben würden. Beim Schiebesystem können zwei versierte Zuchtrichter ohne Probleme 550 Gloster am Tag bewerten. Selbstverständlich lässt sich das Schiebesystem bei der Bewertung von Kollektionen nicht anwenden (z. B. Deutsche Meisterschaft). Besonders für Zuchtanfänger einer Rasse beinhaltet das Punkten auch hohe Risiken. Wird ein Vogel beispielsweise bei der Vereinsschau, Verbandsschau und der Deutschen Meisterschaft ausgestellt, wird am Ende bei der Gesamtpunktzahl oft ein Unterschied entstehen. Ist dieser gering, ist es nicht weiter von Bedeutung. Probleme bereiten dem Anfänger die Unterschiede bei der Beurteilung der einzelnen Rubriken. Erhält ein Gloster z. B. einmal 19 Punkte auf Kopf und Haube und beim nächsten Mal nur 17 Punkte, dann weiß er dies nicht mehr richtig einzuschätzen. Ein Beispiel aus meiner 42-jährigen Zeit als Aussteller: Vor einigen Jahren erhielten acht meiner Gloster Corona auf der Verbandsschau 32 Punkte mehr als auf der Vereinsschau. Vier Vögel davon stellte ich auf der folgenden Deutschen Meisterschaft aus. Dort bekamen sie weitere fünf Punkte mehr, was ihnen den Titel "Deutscher Meister" einbrachte. Ein Glück, dass ich kein Anfänger war...! Denn einen im Verein mit 83 Punkten bewerteten Gloster stellt man ja wohl nicht auf der Deutschen Meisterschaft aus.

Betrachtet man die Bewertungskarten etwas genauer, fällt auf, dass mehr als 90 % der Gloster die gleiche Punktzahl auf die Rubrik "Schwanz" erhalten. Jeder Züchter sollt mal eine Kollektion zusammenstellen und die Schwänze objektiv betrachten, dann wird er schon erhebliche Unterschiede feststellen.

Ich finde Kollektionen gut, da sie mehr über die Qualität eines Stammes aussagen, als z. B. ein hervorragender Einzelvogel eines Züchters und der Rest dieses Ausstellers ist schlecht. Vielleicht sollten die Punkte in den einzelnen Rubriken wegfallen, diese erstmal mit Plus und Minus beurteilt und eine Gesamtpunktzahl vorgegeben werden. Das macht den Preisrichter nicht mehr so angreifbar, die Rechnerei fällt weg und es wird dadurch Zeit gespart die bei der Bewertung sinnvoller genutzt werden kann. Der Gloster muss als Gesamtpaket betrachtet werden und das sollten gute Zuchtrichter mit entsprechender Rasseerfahrung können. Vereinzelt wird diese Art zu richten schon angewandt. Meiner Meinung nach, sollte in den zuständigen Gremien über dieses Thema einmal ernsthaft nachgedacht werden.

   

 

Glosterspezialschau in Harsum/Asel

Glosterspezialschauen erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Dies liegt insbesondere an dem Fachwissen der Spezialzuchtrichter, die ausnahmslos Glosterzüchter sind und durch ihre Erfahrung als Züchter und Zuchtrichter für eine erstklassige Bewertung der Gloster sorgen. Durch die kompetente Beurteilung der Vögel werden den Züchtern die Defizite ihrer Gloster aufgezeigt und ihnen die Möglichkeit gegeben, diese Mängel auszugleichen.

Angefangen hat alles im Jahre 1996 als wir uns mit mehreren Glosterzüchtern (H. Haake, H. Rathje, F. Tönjes und W. Wedig) trafen und über die Ausrichtung einer Glosterspezialschau sprachen. Unser Ziel war es ausschließlich englische Spezialpreisrichter zu verpflichten, die von der IGBA (International Gloster Breeders Association) anerkannt waren. Im laufe der Jahre bewerteten bekannte Zuchtrichter wie R. Popham, P. Shepard, G. Storey, S. Gash, N. Barrett, B. Dunn, D. Rands, M. Kelham, P. Rutland, M. Salmon, M. und P. Guest sowie M. und D. Moore die Gloster. Auch die sich bis heute bewerte und noch immer gültige Schauklasseneinteilung haben wir damals festgelegt.

Noch im Jahre 1996 fand die erste Glosterspezialschau in Harsum statt. Starteten wir anfangs mit ca. 20 Ausstellern und rund 240 Vögeln konnten wir in den letzten Jahren immer 34 bis 38 Aussteller und etwa 580 Gloster verzeichnen. Besonders hervorzuheben ist die internationale Beteiligung: So konnten wir Aussteller aus Polen, Holland und Belgien dazugewinnen.

Leider sind im Laufe der Jahre die anderen Initiatoren aus gesundheitlichen, beruflichen und entfernungsbedingten Gründen als Ausrichter ausgeschieden, so dass ich die Ausstellung seit einigen Jahren nur mit Hilfe meiner Familie bewältigen kann. Dankenswerterweise kann ich am Ausstellungstag immer auf die Hilfe der freiwilligen Zuträger und Schreiber zurückgreifen, ohne deren Hilfe die Durchführung der Ausstellung nicht möglich wäre. An dieser Stelle möchte ich mich bei "Euch" noch einmal ganz herzlich bedanken.

Ausgestellt werden dürfen Gloster aus eigener Zucht, Jung- und Altvögel bzw. Hahn und Henne  in insgesamt 48 Schauklassen. Eine Verkaufsbörse für Zuchtvögel wird ebenfalls wieder angeboten.

 

Schauklasseneinteilung Glosterspezialschau 2010

 

Bei Interesse oder Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung! 

 

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